Leseprobe: Tim & Sami – Kinderbuch über Geld und Abenteuer
Armin und Katja Moosbauer

Leseprobe: Tim & Sami - Geschichten aus Elderbach

Blick ins Buch - Schnuppern Sie rein

Hier können Sie eine erste Geschichte aus unserem Kinderbuch „Tim & Sami – Geschichten aus Elderbach“ lesen und in die Abenteuer der beiden Brüder eintauchen.

Prolog: Willkommen in Elderbach

Eingebettet in eine Landschaft voller Geschichten, zwischen schneebedeckten Gipfeln und dichten Wäldern liegt das Dorf Elderbach. Mit seinen blühenden Holunderhecken, den krummen Fachwerkhäusern und dem alten Marktplatz scheint hier die Zeit langsamer zu vergehen. Doch wer genauer hinsieht, spürt: Elderbach ist mehr als nur ein verschlafenes Tal. Hier fließt der Puls einer Stadt, verborgen unter jahrhundertealten Ziegeldächern und lebendig in den Ideen seiner Menschen.

Ein smaragdgrüner Fluss schlängelt sich durch das weite Tal, begleitet von uralten Eichen, deren Wurzeln Geschichten kennen, die längst niemand mehr erzählt. Die Morgensonne lässt die Dächer golden schimmern, während irgendwo in der Ferne schon die ersten Werkstätten erwachen.

Die Menschen in Elderbach leben im Einklang mit der Natur und pflegen ihre Traditionen mit Stolz. Weil sie vorausschauend denken, gerne anpacken und neugierig bleiben, ist dieser Ort über viele Generationen hinweg gewachsen – und doch seinem Wesen treu geblieben.

Inmitten dieser Welt wachsen zwei Brüder auf: Tim und Sami. Tim, der ältere, hat eine Leidenschaft für Musik und liebt es, sich in knifflige Rätsel zu vertiefen. Sami, der jüngere, ist ein wahrer Wirbelwind, der am liebsten Fußball spielt und sich in jedes Abenteuer stürzt.

Gemeinsam mit ihren Freunden erkunden sie die Wälder, klettern über verwitterte Mauern der alten Burg und lauschen den Erzählungen, die der Wind durch die Gassen trägt – Geschichten von längst vergangenen Zeiten, verborgenen Schätzen und unentdeckten Geheimnissen.

Noch ahnen sie nicht, was vor ihnen liegt.

Aber eines ist sicher: In Elderbach beginnt jedes Abenteuer mit einer kleinen Frage – oder einem neugierigen Blick. Und manchmal führt es weiter, als man sich je hätte träumen lassen.

Tim & Sami - Geschichten aus Elderbach

Geschichte 11: Das große Flohmarkt-Abenteuer

Ein klarer Herbstnachmittag lag über Elderbach. Auf dem kleinen Bolzplatz am Dorfrand trafen sich Tim, Sami, Rick, Max und Leo – wie so oft. Der Platz war ihr zweites Zuhause, ihr Treffpunkt für lange Nachmittage voller Fußball, Lachen und Pläne schmieden. Doch heute herrschte eine ungewöhnlich ernste Stimmung.

Max lief auf das Tor zu und zog kräftig ab. Der Ball schlug im Netz ein – aber statt Jubel folgte ein lautes Knarren. Die morsche Holzlatte brach mit einem dumpfen Knacken, das Tor sackte schief zusammen.

„Ah verdammt… Nicht schon wieder!“, stöhnte Rick und ließ sich ins Gras fallen.

„Immer das Gleiche. Wir können so nicht weiterspielen“, fügte Tim hinzu und untersuchte die gebrochene Latte an. „Das ist völlig hinüber.“

„Aber ein neues Tor kostet zu viel Geld“, warf Leo ein. „Woher sollen wir denn das ganze Geld kriegen?“

Die Jungs setzten sich ratlos ins Gras. Nach einer Weile schlug Sami vor: „Ähm… was, wenn wir einen Flohmarkt machen? Die Leute haben doch bestimmt Sachen, die sie nicht mehr brauchen. Lasst uns sammeln gehen. Und wir haben sicher auch Zeug, was wir nicht mehr nutzen.“

„Großartige Idee!“, rief Tim begeistert. „Wir fragen überall rum – und sammeln, was wir kriegen können! Wir können auch Aushänge machen.“

Am nächsten Tag hängten sie ihre handgeschriebenen Plakate auf: beim Bäcker, am Schwarzen Brett und am Eingang des Dorfladens. Schon kurze Zeit später gingen sie von Tür zu Tür.

Die Reaktionen waren überwältigend freundlich.

Frau Gruber schenkte ihnen eine alte Teekanne. „Diese Kanne hat viele Jahre lang gute Dienste geleistet“, sagte sie mit einem liebevollen Blick.

Frau Müller, die Bäckerin, übergab ihnen einen Stapel Kochbücher. „Die stammen noch aus meiner Lehrzeit. Vielleicht findet jemand Freude daran.“

Und Herr Beck, ein älterer Herr mit wettergegerbtem Gesicht, schenkte ihnen eine antike Uhr. „Sie gehörte meinem Opa. Aber hier steht sie nur noch herum. Vielleicht bekommt sie neues Zuhause.“

Mit jedem gespendeten Gegenstand hörten die Jungs spannende Geschichten. Sie beschlossen, diese Erinnerungen in Ehren zu halten und den Gegenständen beim Verkauf ein Stück ihrer Geschichte mitzugeben.

Für die Vorbereitung holten sie sich Rat bei Herrn Vogel, dem erfahrenen Handwerker.

„Also, Präsentation ist alles“, erklärte er, als sie ihn in seiner Werkstatt besuchten. „Sortiert eure Sachen ordentlich. Bunte Tischdecken, saubere Tische und gut lesbare Preisschilder machen einen Unterschied.“

Er erklärte ihnen auch, wie man Preise festlegt und höflich, aber bestimmt verhandelt. Rick übte besonders fleißig, nachdem Herr Vogel lachend meinte: „Wenn du so weitermachst, Junge, verschenkst du deinen Stand!“

Endlich war der große Tag gekommen. Der Flohmarkt fand auf dem Dorfplatz statt – dem lebendigen Herzstück Elderbachs. Der Platz hatte eine besondere Anordnung: Er öffnete sich wie ein Fächer, umgeben von stattlichen alten Gebäuden mit Ziegeldächern und geschwungenen Fassaden, die an eine längst vergangene Zeit erinnerten. Ein sanftes Gefälle führte hinab zu einem alten Brunnen, der früher die wichtigste Wasserquelle des Dorfes gewesen und heute beliebter Treffpunkt für Feste und Märkte war. Zwischen den Ständen flatterten bunte Tücher und überall herrschte geschäftiges Treiben.

Die Jungs hatten ihre Stände sorgfältig dekoriert. Tim betreute die Sportartikel, Sami kümmerte sich um Fahrräder, Rick stand am Bücherstand, Max und Leo präsentierten Haushaltsgegenstände.

Sami hatte besonderen Erfolg mit einem restaurierten Fahrrad. Ein junger Vater zeigte Interesse und drehte eine kleine Runde.

„Sind die Reifen neu?“ fragte er.

„Ah… ja, und die Bremsen haben wir auch neu eingestellt“, antwortete Sami stolz. „Das Rad gehörte einem alten Herrn, der es immer gepflegt hat.“

Nach kurzer Verhandlung hatten sie einen Deal.

Rick hatte seine Bewährungsprobe am Bücherstand: Eine Kundin wollte den Preis für einen Stapel Kochbücher drücken.

„Diese Bücher enthalten die besten Rezepte aus alten Zeiten“, erklärte Rick geduldig. Nach kurzem Hin und Her einigten sie sich – beide Seiten zufrieden. „Puh… das war meine erste echte Preisverhandlung!“, flüsterte er Tim zu.

Nicht jede Begegnung endete mit einem Verkauf. Ein Mann bewunderte lange eine alte Stehlampe, entschied sich dann aber doch für eine modernere Variante. Max nahm es gelassen. „Vielleicht findet sie später noch den richtigen Besitzer“, sagte er und stellte die Lampe zurück.

Am Abend zählten die Jungs die Einnahmen – und strahlten: Sie hatten genug für ein neues Fußballtor verdient! Sogar ein kleiner Überschuss blieb übrig.

Zusammen mit Tim und Samis Mutter backten sie Bleche voller Kekse. Dann zogen sie durchs Dorf und verteilten die süßen Grüße an all jene, die sie unterstützt hatten.

„Ohne euch hätten wir das nie geschafft“, sagte Sami, als er Frau Gruber eine Tüte voller Kekse überreichte.

„Ach, ihr Süßen… Ihr seid wirklich das Herz dieses Dorfes“, sagte sie gerührt.

Später saßen sie auf der Wiese am Bolzplatz, blickten in die untergehende Sonne und sprachen über neue Pläne.

„Hmm… vielleicht machen wir bald noch mal einen Flohmarkt“, schlug Tim vor.

„Hah… aber diesmal nur für Kuchen und Limo“, grinste Sami.

Alle lachten.

„Hauptsache, es gibt wieder Kekse“, rief Rick – und damit war der Plan besiegelt.

Schlaft gut und träumt was Schönes

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